Das Etikett eines Kosmetikprodukts gleicht heute oft einer kleinen Sammlung von Symbolen. Neben der Zutatenliste finden sich darauf zahlreiche verschiedene Symbole. Doch nicht alle Piktogramme haben dieselbe Bedeutung oder Aussagekraft. Manche stehen für eine unabhängige Zertifizierung auf Grundlage öffentlich zugänglicher Kriterien, andere sind lediglich freiwillige Angaben des Herstellers.
Dieser Überblick hilft Ihnen, die einzelnen Kennzeichnungen besser zu unterscheiden und richtig einzuordnen. Zu jedem Symbol erfahren Sie, wofür es in der Regel steht und auf welche Angaben auf dem Etikett Sie vor dem Kauf besonders achten sollten.
Geöffneter Tiegel (PAO)
Was bedeutet das: Das Symbol gibt an, wie lange Sie ein Kosmetikprodukt nach dem ersten Öffnen verwenden können. Beispielsweise bedeutet 12M, dass das Produkt nach dem Öffnen noch 12 Monate haltbar ist. Es wird vor allem bei Produkten verwendet, deren Mindesthaltbarkeit mehr als 30 Monate beträgt.
Worauf Sie achten sollten: Die Frist beginnt mit dem ersten Öffnen des Produkts, nicht mit dem Kauf. Verändert sich der Geruch, die Farbe oder die Konsistenz, sollten Sie das Produkt auch vor Ablauf dieses Zeitraums nicht mehr verwenden.
Sanduhr
Was bedeutet das: Das Symbol kennzeichnet das Mindesthaltbarkeitsdatum von Kosmetikprodukten, deren Haltbarkeit 30 Monate nicht überschreitet. Das Produkt sollte bis zu dem neben dem Symbol angegebenen Datum verwendet werden – unabhängig davon, wann es geöffnet wurde.
Worauf Sie achten sollten: Das Datum gilt für ein ungeöffnetes und sachgemäß gelagertes Produkt. Nach dem Öffnen sollten Sie zusätzlich die Hinweise des Herstellers beachten.
Hand mit geöffnetem Buch
Was bedeutet das: Das Symbol weist darauf hin, dass wichtige Informationen an anderer Stelle zu finden sind – zum Beispiel in der Packungsbeilage, auf einem Anhänger oder unter einem aufklappbaren Etikett.
Worauf Sie achten sollten: Die ergänzenden Informationen können Anwendungshinweise, Warnhinweise oder die vollständige Zutatenliste enthalten. Entsorgen Sie sie erst, nachdem Sie sie gelesen haben.
Möbius-Schleife
Was bedeutet das: Das Dreieck aus drei Pfeilen kennzeichnet in der Regel, dass die Verpackung recycelbar ist. Befindet sich eine Prozentangabe im Symbol, kann sie den Anteil an recyceltem Material in der Verpackung angeben.
Worauf Sie achten sollten: Eine recycelbare Verpackung wird nicht zwangsläufig in jeder Gemeinde tatsächlich recycelt. Maßgeblich sind die örtlichen Entsorgungsvorschriften und die Bauweise der Verpackung.
Fair Trade / Fairer Handel
Was bedeutet das: Diese Kennzeichnung steht für fairere Handelsbedingungen für Erzeuger und Beschäftigte. Bei Kosmetikprodukten bezieht sie sich in der Regel nur auf ausgewählte landwirtschaftliche Rohstoffe, beispielsweise Sheabutter, Kakaobutter, Kokosöl oder Zucker.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie auf den Namen des jeweiligen Standards (z. B. FAIRTRADE oder Fair for Life) sowie darauf, ob das gesamte Produkt oder nur bestimmte Inhaltsstoffe zertifiziert sind.
Achtung: Die Kennzeichnung bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt natürlich, biologisch oder vegan ist.
Non-GMO / ohne gentechnisch veränderte Organismen
Was bedeutet das: Das Produkt enthält keine gentechnisch veränderten Organismen (Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen), deren Erbgut mithilfe von Labormethoden verändert wurde.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie darauf, ob es sich um eine unabhängige Zertifizierung oder lediglich um eine Herstellerangabe handelt. Der Hinweis NON-GMO kann auch eine unternehmenseigene Kennzeichnung sein.
Achtung: Non-GMO bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt biologisch, natürlich oder grundsätzlich gesünder ist.
Cruelty Free / tierversuchsfrei
Was bedeutet das: Die Kennzeichnung „Cruelty Free“ besagt, dass ein Produkt oder eine Marke die Kriterien für Tierversuchsfreiheit erfüllt. In der EU sind Tierversuche mit fertigen Kosmetikprodukten jedoch bereits seit 2004 und mit kosmetischen Inhaltsstoffen seit 2009 verboten. Seit 2013 dürfen außerdem keine Kosmetikprodukte mehr in der EU in Verkehr gebracht werden, die zur Erfüllung der Anforderungen der europäischen Kosmetikgesetzgebung an Tieren getestet wurden. Eine Cruelty-Free-Zertifizierung kann daher über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und beispielsweise auch die Richtlinien einer Marke, ihrer Lieferanten oder Tests im Zusammenhang mit dem Vertrieb außerhalb der EU berücksichtigen.
Was Sie überprüfen sollten: Unterscheiden Sie offizielle Zertifizierungsprogramme von einem beliebigen Hasensymbol des Herstellers. Bei einer Zertifizierung lohnt es sich außerdem zu prüfen, welche Kriterien sie genau umfasst – beispielsweise Vorgaben für Inhaltsstoffe, Lieferanten oder den Verkauf auf Märkten außerhalb der EU.
Achtung: Cruelty Free bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt vegan ist. Es kann beispielsweise Bienenwachs oder Lanolin enthalten. Zudem können bestimmte in Kosmetika verwendete chemische Stoffe anderen europäischen Vorschriften, etwa der REACH-Verordnung, unterliegen, nach denen Tierversuche unter bestimmten Voraussetzungen als letztes Mittel vorgeschrieben sein können.
*Wenn Sie bei der Auswahl von Kosmetik nach Cruelty-Free-Produkten suchen, entdecken Sie unser Sortiment für Haare, Gesicht und Körper.
Vegan / vegane Rezeptur
Was bedeutet das: Das Produkt enthält keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs. Es sollte beispielsweise kein Bienenwachs, Honig, Lanolin, Karmin oder tierisches Keratin enthalten.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie darauf, ob ein überprüfbares Zertifizierungslogo angegeben ist, beispielsweise das Vegan Trademark.
Achtung: Vegan bedeutet nicht automatisch Cruelty Free. Ein Produkt kann frei von tierischen Inhaltsstoffen sein, während die Kriterien für Tierversuchsfreiheit separat bewertet werden.
*Eine vegane Rezeptur bietet beispielsweise auch die gesamte Produktreihe Glamot Pure. Bei den einzelnen Produkten finden Sie ausführliche Informationen zu den Inhaltsstoffen und den entsprechenden Kennzeichnungen.
Bio / Organic
Was bedeutet das: Eine Zertifizierung bestätigt, dass festgelegte Anforderungen an den Anteil und die Herkunft von Rohstoffen aus ökologischem Landbau sowie an die zulässigen Herstellungsverfahren erfüllt werden. Einige pflanzliche Inhaltsstoffe stammen aus ökologischem Anbau, bei dem der Einsatz von Kunstdünger und bestimmten chemischen Pflanzenschutzmitteln eingeschränkt ist.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie darauf, ob der Name der Zertifizierung und der Anteil der Bio-Inhaltsstoffe angegeben sind.
Achtung: Die Bezeichnung BIO oder ein Blattsymbol ohne Zertifizierung bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Produkt biologisch ist. Es kann sich auch nur auf einen einzelnen Inhaltsstoff beziehen.
Natürlich / Natural
Was bedeutet das: Die Bezeichnung „natürlich“ oder „natural“ ist in der EU nicht einheitlich geregelt. Sie wird in der Regel für Kosmetik verwendet, die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs enthält, beispielsweise pflanzliche Öle, Pflanzenbuttern, Wachse oder Mineralien. Bei einigen Zertifizierungsstandards wird zudem ein hoher Anteil natürlicher Inhaltsstoffe verlangt, häufig etwa 85 %. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Zertifizierung.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie darauf, ob das Produkt über eine anerkannte Zertifizierung verfügt, beispielsweise COSMOS Natural oder NATRUE.
Achtung: Naturkosmetik ist nicht automatisch milder, vegan oder besser für Allergiker geeignet.
Glutenfrei / Gluten Free
Was bedeutet das: Diese Kennzeichnung weist darauf hin, dass das Produkt gemäß den internen Richtlinien oder Zertifizierungsstandards des Herstellers kein Gluten oder glutenhaltige Inhaltsstoffe enthält. Gluten ist ein Eiweiß, das natürlicherweise unter anderem in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt.
Worauf Sie achten sollten: Bei Kosmetik ist diese Kennzeichnung besonders bei Produkten wichtig, die in den Mund gelangen können, beispielsweise Lippenstiften oder Lippenbalsamen. Prüfen Sie, ob die Angabe zertifiziert ist und worauf sie sich genau bezieht.
Achtung: Für Kosmetik gelten andere Bewertungsmaßstäbe als für Lebensmittel.
Dermatologisch getestet
Was bedeutet das: Das Produkt wurde unter dermatologischer Aufsicht an der Haut getestet.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie – sofern diese Informationen verfügbar sind – darauf, wie viele Personen an dem Test teilgenommen haben, wie lange er dauerte und welche Ergebnisse erzielt wurden.
Achtung: Die Kennzeichnung bedeutet nicht, dass das Produkt von einem Dermatologen empfohlen wird, Hauterkrankungen behandelt oder keine Hautreaktionen hervorrufen kann.
Hypoallergen
Was bedeutet das: Das Produkt wurde so entwickelt, dass das Risiko allergischer Reaktionen im Vergleich zu herkömmlichen Formulierungen verringert wird.
Was Sie überprüfen sollten: Achten Sie auf die verwendeten Testmethoden, die Zielgruppe und die Transparenz der Inhaltsstoffe. Wenn Sie unter einer bekannten Allergie leiden, sollten Sie die INCI-Liste stets auf den betreffenden Inhaltsstoff prüfen.
Achtung: Hypoallergen bedeutet weder „frei von Allergenen“ noch eine hundertprozentige Sicherheit für jeden Anwender.
Entzündlich / Aerosol
Was bedeutet das: Das Symbol warnt davor, dass sich das Produkt leicht entzünden kann oder dass der Behälter unter Druck steht. Es findet sich häufig auf Parfums, Deosprays, Haarsprays oder Trockenshampoos.
Worauf Sie achten sollten: Setzen Sie das Produkt nicht offenem Feuer oder hohen Temperaturen aus. Aerosol- bzw. Druckbehälter nicht durchstechen – auch nicht nach dem vollständigen Entleeren.
FAZIT
Die Symbole auf Kosmetikverpackungen wirken auf den ersten Blick vielleicht kompliziert, helfen aber dabei, wichtige Informationen schnell zu erkennen – etwa zur Anwendung, Haltbarkeit oder zu bestimmten Produkteigenschaften. Achten Sie beim Kauf darauf, ob es sich um eine offizielle Zertifizierung, eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung oder lediglich um eine Herstellerangabe handelt. Wenn Sie beispielsweise vegane Produkte suchen, entdecken Sie auch die Produktreihe Glamot Pure, bei der Sie ausführliche Informationen zu den Inhaltsstoffen und Eigenschaften der einzelnen Produkte finden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ein Symbol auf der Verpackung angegeben sein oder ist es freiwillig? Einige Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise die Chargennummer oder Informationen zur Haltbarkeit. Andere Kennzeichnungen sind freiwillig. Deshalb ist bei jedem Symbol in diesem Leitfaden angegeben, zu welcher Kategorie es gehört. Wird die Kennzeichnung von einer unabhängigen Stelle überprüft? Bei einer echten Zertifizierung sind in der Regel der Name der Organisation, das offizielle Logo und teilweise auch eine Lizenznummer oder eine öffentliche Datenbank angegeben. Ein vom Hersteller selbst gestaltetes Symbol wird hingegen nicht unbedingt von einer unabhängigen Stelle kontrolliert. Was ist der Unterschied zwischen der Möbius-Schleife und „Recycled Packaging“? Die Möbius-Schleife – also die drei Pfeile in Form eines Dreiecks – kennzeichnet in der Regel, dass das Verpackungsmaterial recycelbar ist. „Recycled Packaging“ bedeutet dagegen, dass die Verpackung ganz oder teilweise aus bereits verwendetem und wiederaufbereitetem Material hergestellt wurde. Eine recycelbare Verpackung muss also nicht aus Recyclingmaterial bestehen, und eine Verpackung aus Recyclingmaterial ist nicht zwangsläufig erneut recycelbar. Bedeutet das Recyclingsymbol, dass ich die Verpackung automatisch in den Kunststoffcontainer werfen soll? Nein. Das Recyclingsymbol allein gibt nicht an, in welchen Sammelbehälter die Verpackung gehört. Entscheidend ist, aus welchem Material sie besteht. Eine Kosmetikverpackung kann beispielsweise aus einer Kunststoffflasche, einer Metallfeder und einer Pumpe aus mehreren Materialien bestehen. In diesem Fall müssen die einzelnen Bestandteile gegebenenfalls getrennt und separat entsorgt werden.
Hinweis zu den Abbildungen: Die in diesem Artikel gezeigten Piktogramme dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind keine Reproduktionen geschützter offizieller Zertifizierungslogos. Die tatsächlichen Logos auf den Verpackungen können abweichen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, diese in der Datenbank des jeweiligen Zertifizierungssystems zu überprüfen.




